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Sustainable Land Management in Madagascar (SULAMA) - Partizipative Forschung zur Unterstützung von nachhaltigem Landmanagement auf dem Mahafaly Plateau in Süd-West Madagaskar

Hintergrund

In vielen Regionen der Welt werden lokale Akteure durch hohes Produktionsrisiko und wirtschaftliche Rahmenbedingungen gerade in empfindlichen Ökosystemen zu nicht nachhaltigen Landnutzungsformen gezwungen. Negative Auswirkungen von Landnutzungspraktiken auf Ökosysteme und deren Biodiversität werden häufig missachtet oder sind unzureichend bekannt. Bevölkerungswachstum, steigende Armut, fehlende Bildung und Folgen des Klimawandels führen zu steigendem Druck auf die Ökosysteme.
SuLaMa untersucht diese Problematik unter Einbeziehung der lokalen Hauptakteure in einer der ärmsten und vom Klimawandel am stärksten betroffenen Regionen - dem Mahafaly Plateau im Südwesten Madagaskars. Ziel ist die Entwicklung alternativer Landnutzungspraktiken zur nachhaltigen Verbesserung der Lebenssituation der lokalen Bevölkerung.

Eingebettet in das SuLaMa Projekt ist das sozialwissenschaftliche Teilvorhaben „Untersuchung von Sozio-Kultur und Stakeholder Prozessen“ als eines von insgesamt sechs Arbeitspaketen, dessen Fokus auf der Erforschung der Wahrnehmung der lokalen Bevölkerung von Ökosystemdienstleistungen liegt. Die Bearbeitung dieses Themenkomplexes wird vom Greifswalder Lehrstuhl für Nachhaltigkeitswissenschaft und angewandte Geographie in Zusammenarbeit mit dem WWF Madagaskar bearbeitet.
Ziel des Teilvorhabens ist es, einerseits die Wahrnehmung der lokalen Bevölkerung von Ökosystemdienstleistungen und -funktionen zu erforschen. Andererseits soll der Einfluss von Bräuchen, Werten und Normen auf das Landnutzungsmanagement analysiert sowie partizipative Techniken für eine gezielte Einbindung lokaler Akteure entwickelt werden.

Der SuLaMa Ansatz

Ausgehend von der derzeitigen Situation werden Abhängigkeiten zwischen Ökosystemleistungen und –funktionen und aktueller Landnutzung qualitativ und quantitativ erfasst. Dabei finden folgende methodische Ansätze Anwendung:

• Partizipative Methoden (Informationsveranstaltungen, Stakeholder Workshops, Fokusgruppen, Entwicklung lokaler Zertifizierung und Umsetzung der Ergebnisse unter Einbindung lokaler Strukturen und Organisationen, Ausbildung von Paraökologen, Participatory-GIS)

• Interviews (mit unterschiedliche Interessengruppen, auf verschiedene politische und gesellschaftliche Ebenen, individuell und in der Gruppe, kartenbasiert, leitfadengestützt sowie Haushaltsbefragungen)

• Inventuren (Land-, Vieh- und Forstwirtschaft, Biodiversität, Schlüssel- und Zeigerarten)

• GIS und Fernerkundung (Landnutzung/-bedeckung, Zeitreihen, Aufbau eines Environmental Information Systems (ENVIS), Modelle und Karten für verschiedene Interessengruppen)

• Modellierungen (Klimamodelle, Landnutzungsverschiebungen)

Greifswald beteiligt sich insbesondere bei der Entwicklung und Durchführung von partizipativen Methoden sowie der Gestaltung / Durchführung von Interviews. Zur Bearbeitung des Greifswalder Teilvorhabens wird eine umfassende Stakeholder Analyse als Basis der Untersuchung dienen. Aus den gewonnen Ergebnissen werden angepasste, nachhaltige Landnutzungsstrategien und Landnutzungstechniken sowie alternative Einnahmequellen entwickelt, um den Anforderungen auf lokaler Ebene gerecht zu werden und langfristig die Lebensgrundlagen der Bevölkerung zu erhalten.

Ergebnisausblick

Das SuLaMa Projekt analysiert und erfasst die Hauptkomponenten der Landnutzungspraktiken und der Beziehungen zu den Ökosystemleistungen und -funktionen auf land-, vieh- und forstwirtschaftlicher, ökonomischer, sozialer sowie kultureller Ebene. Daraus wird partizipativ ein Managementplan für praktikable, nachhaltige Landnutzungsformen entwickelt, der ökologisch sinnvoll, ökonomisch rentabel und sozial ausgewogen ist. Die Zusammensetzung des Projektverbundes aus wissenschaftlicher Expertise, lokalen Hauptakteuren und beteiligten Interessensgruppen garantiert langfristig für:

• die nachhaltige Nutzung, Erhaltung und Erweiterung der Ökosystemfunktionen und –leistungen

• die Ausschöpfung von Wechselwirkungen und Synergien zwischen verschiedenen Landnutzungsformen und dem Ökosystem

• den beidseitigen Gewinn für kulturelle und ökonomische Werte

• den langfristigen Wissenstransfer auf verschiedenen gesellschaftlichen und politischen Ebenen

• die Anpassungsfähigkeit an kommende, klimabedingte Änderungen der Lebensbedingungen

• die nachhaltige Verbesserung der Lebenssituation aktueller und künftiger Generationen


Projektdauer: 2011 - 2015

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KONTAKT

Fachrichtung Geographie

Nachhaltigkeitswissenschaft und Angewandte Geographie

Leiterin des Lehrstuhls:
Prof. Dr. Susanne Stoll-Kleemann

Sekretariat:
Manuela Peters

Raum 205
Friedrich-Ludwig-Jahn-Str. 16
D-17487 Greifswald
Tel.: +49 (0)3834 86-4502
Fax: +49 (0)3834 86-4501
mapeters@uni-greifswald.de


Letzte Änderung: 25.02.2014 10:57
Verantwortlich: Institut für Geographie und Geologie


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