Ein BfN-Skript mit der Dokumentation des Workshops „Sozioökonomisches Monitoring in deutschen UNESCO-Biosphärenreservaten und anderen Großschutzgebieten – Von der Erprobung zur Etablierung!“ ist erschienen. Die Tagung fand im Rahmen des Projektes „Gesellschaftliche Prozesse in vier deutschen UNESCO-Biosphärenreservaten“ (Förderung durch die DBU 2009-2012) vom 11. bis 14. September 2011 auf der Insel Vilm statt.
Kern des Greifswalder Entwurfs für ein sozioökonomisches Monitoring in deutschen Großschutzgebieten bilden fünf unterschiedliche Erhebungsmethoden, die in diesem Tagungsband detailliert beschrieben sind. Außerdem enthält das Dokument weitere Beiträge und Diskussionsergebnisse des Workshops sowie eine Literaturauflistung zu sozioökonomischem Monitoring in deutschen Großschutzgebieten.
In einem Pilotprojekt untersuchen der Lehrstuhl für Nachhaltigkeitswissenschaft und Angewandte Geographie und die Stiftung NaturSchutzFonds Brandenburg gemeinsam mit dem Landesamt für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz ab 1. August 2012 die Leistungen und Potenziale brandenburgischer Naturparke auf gesellschaftlicher Ebene. Mithilfe verschiedener Monitoringinstrumente der empirischen Sozialforschung soll ein differenziertes Bild über die Wahrnehmungen und Einschätzungen unterschiedlicher Beteiligter zu ihren Naturparken erstellt werden. Die erstmalige Erhebung entsprechender Daten in dieser Schutzgebietskategorie wird somit wertvolle Erstdaten liefern, die in das zukünftige Management einbezogen werden können. Am 07.08.2012 fand der Auftaktworkshop des Projektes in Potsdam statt.
Susanne Stoll-Kleemann traf Bundespräsident Joachim Gauck auf der Woche der Umwelt am 5./6. Juni 2012 anlässlich der Woche der Umwelt im Schloss Bellevue.
Gemeinsam mit anderen ehemaligen Stipendiaten der Deutschen Bundesstiftung Umwelt diskutierten sie über aktuelle Probleme und Lösungsansätze im Natur- und Umweltbereich.
Unter dem Motto „Yasuní-ITT- crea un nuevo mundo“ füllte am 12.04.2012 der ecuadorianische Botschafter Jorge Jurado mit seinem Vortrag über die Yasuní-ITT-Initiative das Greifswalder Audimax.
Prorektor Prof. Dr. Frieder Dünkel begrüßte den Gast, der auf Einladung von Prof. Dr. Susanne Stoll-Kleemann in die Hansestadt gekommen war. Herr Jurado stellte die Idee und die Vorteile der zukunftsweisenden Initiative seines Landes vor, auf die Erdölförderung im Yasuní-Nationalpark zu verzichten. Davon profitiert nicht nur die dortige indigene Bevölkerung, sondern dieser Vorstoß käme auch dem Schutz der Biodiversität, des Klimas und einer nachhaltigen Entwicklung Ecuadors zugute. Im Gegenzug für den Verzicht auf die Förderung des Erdöls wirbt die Regierung Ecuadors für die Unterstützung durch die Weltgemeinschaft. Die Hälfte des finanziellen Verlustes soll in einen Treuhandfond eingezahlt werden, aus dem die nachhaltige Entwicklung Ecuadors unterstützt werden soll. Zum Beispiel soll in die Ausbildung der Bevölkerung und in den Ausbau regenerativer Energien investiert werden. Während die UNO den Vorschlag der Initiative unterstützt, weigern sich bisher einige Industriestaaten wie Deutschland, darauf einzugehen. Im Anschluss an seinen Vortrag beantwortete Herr Jurado die vielen interessierten Fragen des Publikums und gab weiter Auskunft über die Initiative und ihre Hintergründe.
In der Ausgabe vom 23.01.2012 der Ostsee-Zeitung erschien ein Beitrag über das Forschungsprojekt COMTESS, das unter Leitung von Prof. Susanne Stoll-Kleemann von Dr. Cristina de la Vega-Leinert und Elke Wegener bearbeitet wird. Das Regionalprojekt COMTESS bettet sich in die BMBF-Fördermaßnahme "Nachhaltiges Landmanagement" ein, welches Teil des Forschungsrahmenprogramms FONA - Forschung für Nachhaltige Entwicklungen ist.
Vor dem Hintergrund des prognostizierten Klimawandels mit ansteigendem Meeresspiegel und häufigeren Sturmfluten werden zukünftige nachhaltige Landnutzungsstrategien evaluiert, die für die deutsche Ostsee- und Nordseeküste vorstellbar wären. Besonders die Wahrnehmung und Präferenzen der Landschaft sowie die Bewertung der möglichen Landnutzungsszenarien durch die lokale Bevölkerung sind für das Projekt von Interesse.
Zurzeit führt das Projekt COMTESS in Zusammenarbeit mit Experten aus Verwaltungen und Vertretern verschiedener Sektoren eine Evaluation verschiedener Landnutzungsszenarien durch.
Desweiteren werden Anfang 2012 zwei öffentliche Treffen stattfinden, im Januar (für die Ostseeregion) und im Februar (für die Nordseeregion), um die Wahrnehmung und die Präferenzen regionaltypischer Landschaften der lokalen Bevölkerung zu ermitteln.
Im Rahmen des Kooperationsprojektes „Establishment of Regional Learning Centers for Protected Area Management“ mit vietnamesischen Hochschulen leitete Prof. Dr. Susanne Stoll-Kleemann im Dezember 2011 zwei Workshops zu verschiedenen Themen von Schutzgebietsmanagement. Ziel des Projektes ist es, Multiplikatoren für erfolgreiches Management in vietnamesischen Schutzgebieten auszubilden.
Seit Januar 2012 ist Prof. Dr. Susanne Stoll-Kleemann Mitglied des Earth System Sciences Advisory Board (ESS-AB) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften.
In diesem Wintersemester 2011/12 begannen 20 engagierte Studenten aus ganz Deutschland den im letzten Jahr an der Universität begonnenen Masterstudiengang „Nachhaltigkeitsgeographie und Regionalentwicklung“. Den Masterstudenten steht ein Jahr klassische Lehre und ein Jahr Anwendung des Gelernten in Form einer Fallstudie und der Masterarbeit bevor.
Im August/September 2011 führten madagassische und deutsche Doktoranden aller Disziplinen des SuLaMa Projektes einen Baseline Survey im Untersuchungsgebiet im Südwesten von Madagaskar durch. Während des vierwöchigen Aufenthaltes im Feld erhob die Gruppe Daten in jeweils zwei Dörfern des Litorals (Efoetse, Marofijery) und auf dem Mahafaly Plateau (Itomboina, Miarentsoa). Unter Anwendung des Rapid Rural Appraisal (RRA) Ansatzes konnten die Forscher einen ersten Einblick in das Forschungsgebiet erhalten und Kontakt zu der lokalen Bevölkerung aufnehmen. Dieser gemeinsame Projektstart dient als Basis für den Austausch zwischen den verschiedenen Disziplinen des SuLaMa Projektes in den folgenden Jahren. Das deutsch-madagassische Doktorandenteam des Teilprojektes Sozio-Kultur und Governance der Universitäten Greifswald und Tuléar ist anschließend zu seinem Feldforschungsaufenthalt in das Litoral aufgebrochen.
Im Rahmen des Projektes "Gesellschaftliche Prozesse in vier deutschen UNESCO-Biosphärenreservaten" wurde zu dem Workshop "Soziales Monitoring in deutschen UNESCO-Biosphärenreservaten und anderen Großschutzgebieten - Von der Erprobung zur Etablierung!" eingeladen. Er fand auf der Insel Vilm vom 11.-14.September 2011 statt.
Der Schutz der biologischen Vielfalt ist spätestens seit der Verabschiedung des Übereinkommens über die biologischen Vielfalt im Jahr 1992 (Convention on Biological Diversity, CBD) und der dadurch angestoßenen deutschen Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt aus dem Jahr 2007 keine rein naturwissenschaftliche Aufgabe mehr. Die Bedeutung der Einbindung von Wirtschaft, Politik und Gesellschaft in den Schutz der biologischen Vielfalt wird insbesondere durch die Zielstellung der CBD anerkannt. Die vorliegende Studie befasst sich mit den sozioökonomischen Aspekten der deutschen Biodiversitätsforschung: Welche Themen und wissenschaftlichen Disziplinen sind Gegenstand der Forschung? Welche universitären und außeruniversitären Forschungseinrichtungen sind beteiligt? Und welche Rolle spielen Inter- und Transdisziplinarität in der sozioökonomischen Biodiversitätsforschung?