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DFG Projekt zum bronzezeitlichen Konflikt im Tollensetal


Das Tollensetal steht seit 2009 im Fokus intensiver archäologischer Untersuchungen im Rahmen eines DFG-Projektes, in das auch der Lehrstuhl Physische Geographie eingebunden ist. Mit sedimentologischen und paläobotanischen Analysen tragen die Kollegen zur geoarchäologischen Interpretation des bronzezeitlichen Schlachtfeldes bei. Das Alter, die Fundumstände und die überwältigende Vielzahl an Funden machen diesen Fundplatz einzigartig in Europa. Vor diesem Hintergrund berichtet jetzt das Science-Magazine über den Stand der Untersuchungen.

Tollensetal bronzezeitlicher Konflikt
DFG Projekt zum bronzezeitlichen Schlachtfeld im Tollensetal bei Weltzin, in das auch der Lehrstuhl Physische Geographie von Prof. Dr. Lampe eingebunden ist.


Ergebnisse über Bevölkerungsbefragung zu Natur und Landschaft veröffentlicht

Projekt "Schatz an der Küste" am Lehrstuhl für Nachhaltigkeitswissenschaft und Angewandte Geographie

In der Vorpommerschen Boddenlandschaft und Rostocker Heide wurden 1.019 Menschen zum Thema Natur und Landschaft der Region befragt. Die Befragung fand im Rahmen des Verbundvorhabens Schatz an der Küste statt und wurde vom Lehrstuhl für Nachhaltigkeitswissenschaft und Angewandte Geographie durchgeführt. Der Lehrstuhl gehört zu den neun Verbundpartnerinnen und –partnern, die in diesem Verbundvorhaben mitwirken. Das Bundesamt für Naturschutz fördert das Vorhaben aus Mitteln des Bundesumweltministeriums. Anfang 2016 wurde der Endbericht mit den Ergebnissen der Bevölkerungsbefragung fertig gestellt und veröffentlicht. Er steht auf der Projektwebseite www.schatzküste.com zum kostenfreien Download zur Verfügung.

Die nachhaltige Bewirtschaftung der endemischen Futterpflanze Samata war ein Kernthema des Forschungsprojektes Foto: Daniel Kübler

Abschlusskonferenz des BMBF-Verbundprojektes SuLaMa in Madagaskar

Prof. Stoll-Kleemann
Nachhaltigkeitswissenschaft &
Angewandte Geographie



In der südmadagassischen Stadt Tuléar fand im September 2015 die Abschlusskonferenz des Projektes SuLaMa (Partizipative Forschung zur Unterstützung von nachhaltigem Landmanagement auf dem Mahafaly Plateau in Süd-West Madagaskar) statt. Vom 23. bis 25. September wurden die Ergebnisse der unterschiedlichen Teilbereiche des fünfjährigen Projektes einem hochrangigen Publikum aus Politik und Forschung vorgestellt und diskutiert. In der darauffolgenden Woche stellten die Wissenschaftler ihre Ergebnisse in Workshops der lokalen Bevölkerung in der Forschungsregion vor. An dem Projekt ist der Lehrstuhl für Nachhaltigkeitswissenschaft und Angewandte Geographie der Universität Greifswald beteiligt.

Die Mahafaly Region im Südwesten Madagaskars ist eine ländliche, abgeschiedene und von Armut betroffene Region. Die Lebensgrundlage der lokalen Bevölkerung beruht auf Subsistenz-Landwirtschaft und Viehzucht. Wassermangel, Bevölkerungswachstum und steigende Armut führen zu verstärktem Druck auf die Ökosysteme. Ziel des Forschungskonsortiums war es, nachhaltige Landnutzungspraktiken zur Verbesserung der Lebenssituation in der Mahafaly Plateau Region zu entwickeln. Um diese Herausforderung zu bewältigen, arbeiteten Wissenschaftler aus sechs deutschen und zwei madagassischen Universitäten mit Praxispartnern wie dem WWF und der halbstaatlichen Institution Madagascar National Parks zusammen. Kernthemen der Forschung waren die Land- und Viehwirtschaft, wie auch ökologische, ökonomische und kulturelle Aspekte in der Forschungsregion. Aufgabe des Lehrstuhls von Frau Stoll-Kleemann war die Untersuchung von Sozio-Kultur und Stakeholder-Prozessen. Die Greifswalder Wissenschaftler erforschten in Zusammenarbeit mit madagassischen Doktoranden die sozialen Strukturen der Forschungsregion, die kulturelle Bedeutung von Pflanzen und Orten und lokale Prozesse des Landnutzungsmanagements. Weiterhin entwickelten und erprobten sie partizipative Techniken für eine gezielte Einbindung lokaler Akteure wie beispielsweise die Technik des Rapid Rural Appraisal oder die Methode Role-Playing Games. Auf diese Weise konnte das Greifswalder Teilprojekt einen wichtigen Beitrag zu der transdisziplinären Zusammenarbeit des Projektes leisten. Um die Empfehlungen der Forscher an die Stakeholder des Projektes zu kommunizieren, wurden die Ergebnisse in einem Buch-Kompendium sowie in zahlreichen Berichten, Broschüren und sogar Comics aufgearbeitet und zur Verfügung gestellt.

 

Doktorand Stone Hémery Tahirindraza

Der Doktorand Stone Hémery Tahirindraza hält einen Vortrag über die kulturelle Bedeutung des Waldes in der Mahafaly Region
im Südwesten Madagaskars
Foto: Jacques Rakotondranary

Prof. Dr. Susanne Stoll-Kleemann und Uta Schmidt (Foto: Eckard Oberdörfer)

"Veganer gegen den Klimawandel"

"Veganer gegen den Klimawandel - Wissenschaftler erforschen Chancen, Möglichkeiten und Akzeptanz des Fleischverzehrs"
So lautet der Titel des Beitrags in der Ostseezeitung vom 28.12.2015 über die Arbeit von Prof. Dr. Stoll-Kleemann und Uta Schmidt am Lehrstuhl für Nachhaltigkeitswissenschaft und Angewandte Geographie.
Der Beitrag ist untenstehend zu finden. Mehr Informationen sind unter dem Reiter "Nachhaltigkeitswissenschaft und Angewandte Geographie" zu erfahren.

Klüter

Mecklenburg-Vorpommern:Wanderungsattraktivität gegenüber anderen Bundesländern 2014


2014 ist nach Angaben des Statistischen Amtes Mecklenburg-Vorpommern zum ersten Mal in diesem Jahrtausend die Einwohnerzahl von Mecklenburg-Vorpommern gewachsen. Zum zweiten Mal in Folge wurde ein positiver Wanderungssaldo erzielt. Damit wurden die teilweise unsinnigen Prognosen der Landesregierung und des Max-Planck-Instituts für Bevölkerungsforschung (Rostock) widerlegt und die Berechnungen der Greifswalder Regionalen Geographie bestätigt. In Greifswald wird seit 3 Jahren zur relativen Wanderungsattraktivität gegenüber anderen Bundesländern gearbeitet. Vor diesem Hintergrund war bereits 2012 nach Veröffentlichung der ersten Zensus-2011-Daten absehbar, dass Mecklenburg-Vorpommern auf einen positiven Wanderungssaldo zusteuert. Der Freizeit- und Wohnwert vieler Regionen wurde seit 1995 durch Infrastrukturausbauten und andere Investitionen gesteigert, so dass die Zuwanderung aus anderen Bundesländern seit 2007 sich um 25.000 Personen jährlich stabilisierte. Gleichzeitig verringerte sich die arbeitsplatzbedingte Abwanderung erheblich, so dass die Abwanderung über die Landesgrenzen heute überwiegend Bildung- und Ausbilungswanderung ist.
2014 erzielte Mecklenburg-Vorpommern die höchste relative Wanderungsattraktivität gegenüber Binnenländern wie Saarland, Sachsen-Anhalt, Hessen, Thüringen, Brandenburg und Nordrhein-Westfalen.
Eine schwach negative Attraktivität ergab sich gegenüber Bayern, Berlin und den nordwestdeutschen Küstenländern. Negativer fällt der Wert von Hamburg aus. Hamburg gegenüber ergab sich 2014 ein Negativsaldo von 1.225 Personen. Die Wanderungsattraktivität Mecklenburg-Vorpommerns könnte erhöht werden, wenn das Bildungssystem des Landes und seine Infrastruktur in ländlichen Räumen (Gesundheits- und Schulversorgung) besser ausgebaut würden.
Auf jedem Fall ist klar, dass Mecklenburg-Vorpommern für die Zukunft keine Schrumpfungskonzepte braucht, wie die Landesregierung es ihm mit dem neuen Entwurf zum Landesraumentwicklungsprogram aufoktroyieren möchte. Mecklenburg-Vorpommern benötigt Wachstumsstrategien, und zwar vor allem für die besonders attraktiven ländlichen Räume entlang überregionaler Verkehrsachsen.

Neues BMBF-Verbundprojekt „BioHolz“ der Juniorprofessur für Wirtschaftsgeographie und Tourismus

Im Jahr 2007 hat die damalige Bundesregierung eine Nationale Strategie zur Biologischen Vielfalt in Deutschland ins Leben gerufen, um damit Maßgaben der EU für eine gesamteuropäische Naturschutzinitiative auf nationaler Ebene zu erfüllen. Im Rahmen dieser Strategie übernimmt das 2015 angelaufene und vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) finanzierte Projekt „Biologische Vielfalt und Ökosystemleistungen von Wäldern mit Fokus auf Holz“, kurz BioHolz, eine wesentliche Funktion. An diesem Verbundprojekt ist die Juniorprofessur für Wirtschaftsgeographie und Tourismus am Institut für Geographie und Geologie maßgeblich beteiligt.
Die Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald ist mit dem Institut für Geographie und Geologie neben der Philipps-Universität Marburg, der Technischen Universität München, der Julius-Maximilians-Universität Würzburg, dem Nationalpark Bayerischer Wald sowie Praxis- und Umsetzungspartnern aus der Region Bayerischer Wald einer der bundesweiten Träger dieses Vorhabens. Die Forschungsgruppe an der Juniorprofessur für Wirtschaftsgeographie und Tourismus unter der Leitung von Marius Mayer und Philipp Sacher, MSc bearbeitet in enger Kooperation mit den Projektpartnern der Universität Würzburg (Prof. Hubert Job) das Teilprojekt 4, das sich mit der gesellschaftlichen Wahrnehmung und Bewertung waldbasierter Ökosystemleistungen auseinandersetzt. Ihren Aufgabenbereich bildet dabei vor allem die Analyse der Wahrnehmung und Bewertung der Erholungsleistungen verschiedener Waldzustände durch Erholungssuchende und Öffentlichkeit. Hierbei soll der Wald in Deutschland in Hinblick auf seine ökonomischen, gesellschaftlichen und kulturellen Funktionen erforscht werden, um letztlich einen für Mensch und Natur gleichermaßen befriedigenden Ausgleich zwischen diesen Teilaspekten zu gewährleisten. Dies bedeutet konkret: Mit welchen Waldmanagementstrategien kann die biologische Vielfalt am besten gestärkt/erhalten werden, ohne die Erholungsfunktionen von Wäldern z.B. durch großflächige Totholzflächen zu beeinträchtigen und die wirtschaftlichen Grundlagen der Forstbetriebe zu gefährden.
Mithilfe klassischer (z.B. Reisekostenmethode) und innovativer (Discrete Choice Modelling) ökonomischer Bewertungsverfahren sollen im Rahmen umfangreicher empirischer Erhebungen an verschiedenen Standorten in der Untersuchungsregion Bayerischer Wald die forschungsleitenden Hypothesen geprüft und getestet werden. Idealerweise sollen schließlich die dadurch erzielten Erkenntnisse in Form von räumlich differenzierten Handlungsempfehlungen an die Entscheidungsträger in Politik und Gesellschaft weitergegeben werden.
Das Verbundprojekt kann als eine einmalige und begrüßenswerte Zusammenarbeit unterschiedlicher Fachbereiche gesehen werden. Mit ihren jeweiligen fachlichen Methoden und Arbeitsweisen verfolgen die Beteiligten ein gemeinsames Ziel: Wissensdefizite in Bezug auf Ökosystemleistungen von Wäldern auszuräumen und damit die Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt in Bezug auf den Wald umzusetzen.
Die Laufzeit des Teilprojektes 4 ist auf insgesamt vier Jahre angesetzt (bis 2019). In diesem Zeitraum sollen die grundlegenden Forschungsfragen entwickelt, das Forschungsdesign erstellt, die empirischen Daten erhoben und ausgewertet sowie anschließend die Ergebnisse umgesetzt werden.
Weiterführende Informationen
Homepage des BioHolz-Projektes (im Aufbau)

WEITERFÜHRENDE LINKSIcon externe Links

HolzProjekt
Bisher prägen Totholzflächen wie hier im Bialowieza-Nationalpark (Polen) nur an wenigen Orten unsere stark bewirtschafteten mitteleuropäischen Wälder. Umso wichtiger ist liegendes oder stehendes Totholz dagegen für die Biodiversität im Ökosystem Wald. Foto: Philipp Sacher

Prof. Dr. M. Meschede zum Präsidenten des Dachverbandes Geowissenschaften gewählt

Am 3. September 2015 fand im Museum für Naturkunde in Berlin die Gründungsversammlung des Dachverbandes Geowissenschaften (DVGeo) statt.


Der Greifswalder Geologe Prof. Dr. Martin Meschede vom Institut für Geographie und Geologie der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald wurde als Mitglied der Deutschen Geologischen Gesellschaft – Geologischen Vereinigung (DGGV) zum Präsidenten des neugegründeten Dachverbandes gewählt. Der Dachverband Geowissenschaften stellt eine übergreifende geowissenschaftliche Vereinigung dar, die als Interessenvertretung für die Geowissenschaften fungieren soll und seit mehr als 10 Jahren von den geowissenschaftlichen Vereinigungen Deutschlands gemeinsam mit der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert wird.
Dem neu gegründeten Verband gehören nun die vier größten geowissenschaftlichen Vereinigungen in Deutschland an: Die Deutsche Geologische Gesellschaft – Geologische Vereinigung (DGGV) mit ca. 3800 Mitgliedern, die zu Beginn dieses Jahres durch die Fusion der zuvor unabhängigen Gesellschaften Deutsche Gesellschaft für Geowissenschaften (DGG) und Geologische Vereinigung (GV) hervorgegangen ist. Die Deutsche Geophysikalische Gesellschaft (DGG) mit ca. 1600 Mitgliedern. Die Deutsche Mineralogische Gesellschaft (DMG) mit ca. 1600 Mitgliedern und die Paläontologische Gesellschaft mit ca. 1000 Mitgliedern.
Der DVGeo soll eine neue Plattform für die Geowissenschaften werden, auf der sich alle geowissenschaftlich orientierten Vereine, Institutionen und Interessenverbände wiederfinden. Die vier Gründungsmitglieder möchten erreichen, dass sich weitere, bisher noch nicht im DVGeo repräsentierte Vereine und Institutionen dem Dachverband anschließen, um so zur Profilbildung der Geowissenschaften beizutragen. Zwingend notwendig ist, dass die Geowissenschaften bei den Gesprächen über die MINT-Fächer oder mit dem Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) als gleichberechtigter Partner wahrgenommen werden.
Im Vergleich zu anderen europäischen und außereuropäischen Ländern, ist die Sichtbarkeit der Geowissenschaften im deutschen öffentlichen Blickfeld nicht zufriedenstellend. Dies soll sich ändern!
Neben hochschulpolitischen Diskussion möchte der Dachverband zukünftig als Ansprechpartner für Öffentlichkeit und Politik zu geowissenschaftlichen Fragestellungen zur Verfügung stehen. Bei Diskussionen um Endlagerung von radioaktiven Abfällen, Kohlendioxidspeicherung im Untergrund oder die Gewinnung von Kohlenwasserstoffen (Stichwort: Fracking) ist es im öffentlichen Interesse notwendig, fachliche Diskussion neben politischen oder wirtschaftlichen Überlegungen zu führen. Auch bei der Begutachtung von Katastrophenszenarien ausgelöst durch Erdbeben, Vulkanausbrüchen oder Wassermassen sowie Auswirkungen von Klimaveränderungen könnten durch den Dachverband (DVGeo) die jeweiligen Fachleute vermittelt werden.
Eine eigene Geschäftsstelle mit Sitz in Berlin ist in Vorbereitung, bis dahin werden die Vereinsangelegenheiten über die Geschäftsstelle der DGGV in Hannover erledigt.
Ansprechpartner
Prof. Dr. Martin Meschede
Regionale und Strukturgeologie
Institut für Geographie und Geologie
Friedrich-Ludwig-Jahn-Straße 17 A
17489 Greifswald


KONTAKT

Institut für
Geographie und Geologie

Geschäftsführender Direktor:
Prof. Dr. Laurence Warr

Sekretariat:
Renate Martens

Friedr.-Ludwig-Jahn-Str. 17 A
D-17487 Greifswald
Tel.: +49 (0)3834 86-4570
Fax: +49 (0)3834 86-4572
geologie@uni-greifswald.de

KONTAKT

Stellvertretender geschäftsführender Direktor
Prof. Dr. Reinhard Zölitz

Friedrich-Ludwig-Janh Str. 16
17487 Greifswald
Tel.: +49 (0)3834 86-4523
Fax: +49 (0)3834 86-4501
zoelitz@uni-greifswald.de

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Letzte Änderung: 03.05.2016 11:53
Verantwortlich: Institut für Geographie und Geologie


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