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Neues Forschungsgebiet am Lehrstuhl für Nachhaltigkeitswissenschaft und Angewandte Geographie

Möglichkeiten zur Reduktion des Fleisch- und Milchkonsums für eine nachhaltige Landnutzung und soziale Verantwortung

Der Artikel zum neuen Forschungsgebiet am Lehrstuhl für Nachhaltigkeitswissenschaft und Angewandte Geographie hat es auf das Titelblatt geschafft.
Die Erforschung der Komplexität des übermäßigen Konsums tierischer Produkte (Fleisch, Milch, Eier) erweitert seit diesem Jahr das Themenspektrum des Lehrstuhls.
Genauere Informationen können im untenstehenden Artikel nachgelesen werden.

ARTE-Dokumentation über Forschungsprojekt "SuLaMa"

Am 1. November 2013 wurde auf ARTE eine Dokumentation über das Forschungsprojekt "Sustainable Land Management in Madagascar" (kurz: SuLaMa) gezeigt. In 43 Minuten berichtet der Film über das Mahafaly Plateau, das zu den ärmsten Regionen Madagascars gehört und über die Arbeit der Forscher und Forscherinnen vor Ort. Zu den Forschern gehören auch Katinka Thielsen, Dr. Nadine Fritz-Vietta und Prof. Susanne Stoll-Kleemann vom Lehrstuhl für Nachhaltigkeitswissenschaft und Angewandte Geographie, sowie die madagassischen Doktoranden Hémery Stone Tahirindraza und Mampiray Miandrito Mbola, die derzeit am Lehrstuhl arbeiten. Die Dokumentation kann auf ARTE am 15. November um 7:45 Uhr oder in der Mediathek angesehen werden.

Michael Kenzler auf einer Grönland-Expedition 2010. Auf dem Bild ist er vor dem Illulissat-Gletscher (in der Nähe von Kangerlussu-aq, West-Grönland) zu sehen. Foto: privat

Forschungsbohrungen in der Ostsee mit Greifswalder Beteiligung

Das internationale Forschungsbohrprogramm IODP (Integrated Ocean Drilling Program) hat erstmals eine Bohrkampagne in der Ostsee gestartet. Der Greifswalder Wissenschaftler Michael Kenzler vom Institut für Geographie und Geologie der Universität Greifswald wird zwei Monate auf dem Bohrschiff verbrin-gen und dort arbeiten.
Mit einem Bohrschiff sollen vom 7. September bis zum 4. November bis zu sieben Forschungsbohrungen in der Ostsee und im Kattegatt niedergebracht werden.
Das Bohrprogramm wurde 1964 gestartet. Seither wurden weltweit fast 1.300 Ozeanbohrungen durch-geführt.

Es ist das erste Mal, dass Bohrungen in der Ostsee durchgeführt werden. Mit dabei ist Michael Kenzler von der Universität Greifswald, der zurzeit als Doktorand am Institut für Geographie und Geologie arbei-tet. Er wird zwei Monate auf dem Bohrschiff verbringen und die gezogenen Bohrkerne für die weitere Arbeit begutachten und aufbereiten. Die eigentliche Probennahme wird Anfang 2014 nach Beendigung der Bohrungen im IODP-Bohrkernlager am MARUM Zentrum für Marine Umweltwissenschaften an der Universität Bremen stattfinden. Zusammen mit den Forschern seiner Arbeitsgruppe, Dr. Heiko Hüneke, Prof. Martin Meschede und Prof. Henrik Rother wird er das gesammelte Material aus bis zu mehreren hundert Metern Tiefe unter dem Meeresboden in den Labors der Universität Greifswald analysieren. Mithilfe einer modernen Einbettungstechnik, die erst seit kurzem in Greifswald etabliert ist, wird wei-ches Sediment gehärtet, so dass man daraus wenige tausendstel Millimeter dicke sogenannte „Dünn-schliffe“ anfertigen kann, um den Mineralgehalt und vor allem die Feinstrukturen in den Bohrkernen zu untersuchen.

In Bremen werden mehr als 30 Wissenschaftler von Universitäten und Forschungseinrichtungen aus den USA, Japan, China und den Ostsee-Anrainerstaaten zusammenarbeiten. Nicht alle von ihnen konnten an Bord des Bohrschiffes arbeiten, weil dort nur ein begrenzter Platz zur Verfügung steht. Michael Kenzler hat umfangreiche Erfahrungen mit der Entnahme von Proben und wurde für die gesamte Bohrfahrt als Wissenschaftler eingeladen. Für seinen Aufenthalt an Bord des Bohrschiffes “Greatship Manisha” musste Michael Kenzler zuvor an einem zehntägigen Sicherheitstraining teilnehmen, um im Ernstfall für alle Schwierigkeiten gewappnet zu sein. In einem speziellen Trainingszentrum auf Rügen wurden unter anderem das Anlegen und Eintauchen mit einem Überlebensanzug sowie das Abkoppeln eines Seenot-rettungsbootes vom Schiff trainiert.

Die Teilnahme am IODP-Projekt (früher ODP - Ocean Drilling Program - und anfänglich DSDP - Deep Sea Drilling Program) wurde insbesondere von Prof. Martin Meschede initiiert, der selbst an mehreren Bohr-fahrten mit dem Bohrschiff „JOIDES Resolution“ teilgenommen hat. Die Bundesrepublik Deutschland ist seit vielen Jahren Mitglied im internationalen IODP-Projekt und ist dadurch in der Lage, jährlich etwa zehn bis 20 Wissenschaftler als Teilnehmer zu den internationalen Bohrexpeditionen in alle Welt zu schicken. „Das IODP-Projekt ist das größte Forschungsprojekt, das jemals in den Geowissenschaften durchgeführt wurde und weiterhin durchgeführt wird. Es lässt sich in seiner Tragweite ohne weiteres mit der NASA vergleichen. Wir erforschen dabei systematisch die Geologie der Ozeane und Konti-nentränder und in letzter Zeit zunehmend auch die mikrobielle Aktivität in der Erdkruste, also Lebens-formen, die sich nicht auf der Erdoberfläche oder im Wasser, sondern in der Erdkruste in oft mehreren hundert Metern bis zu Kilometern Tiefe entwickelt haben. Diese Gebiete der Erde sind für uns Men-schen extrem schwer zugänglich und entsprechend hoch sind die technischen und logistischen Heraus-forderungen, die sich durchaus mit der Erkundung des Mondes oder des Mars messen lassen können. Das IODP-Projekt hat im Verlauf seiner Aktivitäten maßgeblich dazu beigetragen, dass sich die Theorie der Plattentektonik Ende der 60er und Anfang der 70er Jahre des letzten Jahrhunderts durchgesetzt hat“, so Prof. Martin Meschede.

Die Ostsee ist eines der größten Binnenmeere der Welt, das in seinen Sedimenten ein einzigartiges Klimaarchiv enthält. Die für geologische Verhältnisse erst junge Geschichte der Ostsee von etwa 130.000 Jahren steht daher im Vordergrund der geplanten Untersuchungen. Unter den jüngsten, durch die Gletscher der letzten Eiszeit abgelagerten Sedimenten werden die Ablagerungen einer Reihe von Seen vermutet, in denen die Geschichte der letzten warmen Periode, der Eem-Warmzeit dokumentiert ist. Diese Seesedimente sollen während der Bohrkampagne “IODP Expedition 347 Baltic Sea Palaeoen-vironment" erbohrt werden. Für Michael Kenzler bietet dies die Gelegenheit, seine Erfahrungen, die er im Rahmen seiner Doktorarbeit mit gleichaltrigen Sedimenten aus Norddeutschland sammeln konnte, einzubringen und zu erweitern. Neben den älteren Sedimenten geht es auch um das Ende der letzten Eiszeit und den Übergang in die heutige warme Periode. Aus dem Vergleich der Ablagerungen beider Warmzeiten sollen Rückschlüsse auf die zu erwartende Klimaentwicklung gezogen werden.

Greifswalder Geographische Arbeiten wiederbelebt

Im August 2013 wurden vier neue Bände der Schriftenreihe „Greifswalder Geographische Arbeiten" veröffentlicht. Sie zeigen die Ergebnisse aus Bevölkerungsbefragungen in vier UNESCO-Biosphärenreservaten.
In diesen Gebieten wurde untersucht, wie die Menschen ihre Region, Natur und Landschaft und das Biosphärenreservat wahrnehmen und einschätzen.
Die Schriftenreihe „Greifswalder Geographische Arbeiten“ des Instituts für Geographie und Geologie der Universität Greifswald wird jetzt auf dem Publikationsserver für Fachliteratur zum System Erde und Weltall gelistet. Die neuesten vier Bände stehen dort zum Download bereit (http://e-docs.geo-leo.de).

Veranstaltungsinformation

FH-DGG

Fortbildung zu mathematischen Verfahren für Hydrogeologen an der Universität Greifswald

Im Fachbereich Geologie der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald findet vom 22. bis 25. Juli 2013 eine Fortbildungsveranstaltung zum Thema „Mathematische Verfahren für Hydrogeologen“ statt. Die Veranstaltung wurde im Rahmen der Fachsektion Hydrogeologie der Deutschen Gesellschaft für Geo-wissenschaften (FH-DGG) ausgerichtet. Im Kurs werden Kenntnisse der Statistik, Vorhersagemodelle sowie mathematische Methoden zur raum-/zeitlichen Modellierung von Grundwasserproblemen vermit-telt, die Fragen des Grundwassermanagements und des Grundwasserschutzes betreffen. Rund 20 Wis-senschaftler und praktizierende Hydrogeologen aus Deutschland und Österreich werden an den viertägi-gen Vorträgen und Übungen teilnehmen.

Grundwasser ist weltweit die wichtigste Trinkwasserressource. Vor dem Hintergrund des Klimawandels stellen sich heute vor allem Hydrogeologen der Aufgabe, künftige Grundwasserreserven vorherzusagen. Die Qualität des Grundwassers kann durch vielfältige Umwelteinflüsse, etwa durch die Gewinnung von unkonventionellem Gas (Hydro-Fracking) oder andere bergbauliche und abfallwirtschaftliche Maßnah-men, beeinträchtigt werden. Diese Prozesse zu verstehen, erfordert den Einsatz moderner Vorhersage-modelle, die zumeist mathematische Methoden der Numerik, Statistik, multivariaten Statistik, Zeitrei-henanalyse und Geostatistik kombinieren. Während der Veranstaltung werden daher spezielle Verfahren erläutert, wie z.B. die optimale Erstellung von Grundwasserkarten, Risikokarten für die Überschreitung von Schadstoffgrenzwerten, Zeitreihenanalysen zur Abtrennung von natürlichen und menschlichen Um-welteinflüssen auf das Grundwasser sowie die mathematischen Grundlagen zu den Verfahren.

Ziel der Fortbildungsveranstaltung der FH-DGG ist es, in der Wirtschaft und in den Behörden praktizie-rende Hydrogeologen ebenso wie junge Wissenschaftler von den Hochschulen an diese zum Teil noch in der Entwicklung stehenden Methoden heranzuführen, um sie in der hydrogeologischen Arbeit zu einer selbstverständlichen Praxis werden zu lassen.

Die Referenten der Fortbildungsveranstaltung sind Professor Dr. Maria-Theresia Schafmeister (Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald), PD Dr. Wolfgang Gossel (Martin-Luther-Universität Halle), Dr. Heinz Burger (Freie Universität Berlin/Consultant) sowie Dr. Falk Heße (Helmholtz-Institut für Umwelt-forschung).

Doktoranden aus vier Kontinenten am Lehrstuhl Nachhaltigkeitswissenschaft und Angewandte Geographie

Doktoranden aus Afrika, Südamerika und Asien arbeiten derzeit am Lehrstuhl für Nachhaltigkeitswissenschaft und Angewandte Geographie. Sie arbeiten zusammen mit den deutschen MitarbeiterInnen an ihrer Doktorarbeit.

Internationaler Lehrstuhl
Namen von links nach rechts: Linh Vu Nguyen, Mampiray Miandrito MBOLA, Marco Stadler, Renée Moreaux, Manuela Peters, Prof. Susanne Stoll-Kleemann, Anne Kettner, Katinka Thielsen, Vera Tekken, Andrea Muñoz Barriga, Lennart Hedderich und Hémery Stone TAHRINDRAZA

Lehrstuhlinhaberin Frau Prof. Susanne Stoll-Kleemann betreut als Expertin für Schutzgebiete die Doktorarbeiten von Linh Vu Nguyen aus Vietnam und Andrea Muñoz Barriga aus Ecuador. Beide beschäftigen sich in ihrer Forschungsarbeit mit dem Management in ausgewählten Schutzgebieten ihrer Heimat mit dem Ziel das Schutzgebietsmanagement unter Einbeziehung der lokalen Bevölkerung langfristig zu verbessern.
Hémery Stone TAHRINDRAZA und Mampiray Miandrito MBOLA aus Madagaskar arbeiten zusammen mit Katinka Thielsen und Dr. Nadine Fritz-Vietta im Forschungsprojekt „Sustainable Land Management in Madagascar (SuLaMa)“ und nutzen die gemeinsame Zeit um sich über soziokulturelle Prozesse und Interaktion von Stakeholder in ihrem Untersuchungsgebiet auszutauschen und voneinander zu lernen.
Voneinander gelernt wird auch in den Mittagspausen. Die kulinarischen Vorzüge der anderen Kulturen lösen immer wieder Erstaunen und Faszination aus und so wird sich auch eifrig über „fach-Fremdes“ ausgetauscht. Verständigt wird sich vor allem in Englisch, wobei auch Deutsch und Französisch dieser Tage auf dem Flur des Lehrstuhls zu hören sind.
Während die madagassischen Doktoranden bis Mitte Dezember dieses Jahres in Greifswald bleiben, kehren Linh Vu Nguyen und Andrea Muñoz Barriga bereits im August in ihre Heimat zurück.

Neuerscheinung BfN-Skript zu Sozioökonomischem Monitoring

Ein BfN-Skript mit der Dokumentation des Workshops „Sozioökonomisches Monitoring in deutschen UNESCO-Biosphärenreservaten und anderen Großschutzgebieten – Von der Erprobung zur Etablierung!“ ist erschienen. Die Tagung fand im Rahmen des Projektes „Gesellschaftliche Prozesse in vier deutschen UNESCO-Biosphärenreservaten“ (Förderung durch die DBU 2009-2012) vom 11. bis 14. September 2011 auf der Insel Vilm statt.

Kern des Greifswalder Entwurfs für ein sozioökonomisches Monitoring in deutschen Großschutzgebieten bilden fünf unterschiedliche Erhebungsmethoden, die in diesem Tagungsband detailliert beschrieben sind. Außerdem enthält das Dokument weitere Beiträge und Diskussionsergebnisse des Workshops sowie eine Literaturauflistung zu sozioökonomischem Monitoring in deutschen Großschutzgebieten.

Wir sind auf der ITB in Berlin

... mit einem Stand und der Vorstellung des Studiengangs der Universität Greifswald: Master Tourismus und Regionalentwicklung.

26. Februar bis 26. Mai 2013 täglich von 09.00 bis 24.00 Uhr im Foyer der Universitätsbibliothek Felix-Hausdorff-Straße 10 in Greifswald
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Institut für
Geographie und Geologie

Geschäftsführender Direktor:
Prof. Dr. Reinhard Zölitz

Sekretariat:
Manuela Peters

Friedr.-Ludwig-Jahn-Str. 16
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Tel.: +49 (0)3834 86-4502
Fax: +49 (0)3834 86-4501
geogra@uni-greifswald.de

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Letzte Änderung: 14.10.2014 13:34
Verantwortlich: Institut für Geographie und Geologie


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